Plötzliche Konsumfreudigkeit lässt den Wachstumsrhythmus des BIP auf 3,1 Prozent ansteigen

13.09.17 Marca España 2017

Die Quartalszahlen der Contabilidad Nacional (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung) zeigen dank des Konsums der Haushalte ein strukturelles Wachstum auf. Die Regierung öffnet die Tore für eine Korrektur nach oben - auf über drei Prozent.

Die gleichbleibende Geschwindigkeit des spanischen Wirtschaftswachstums ist ein klares Signal dafür, dass es sich auf ein solides Fundament stützen kann. Die nationale Nachfrage hat den Außenhandel im zweiten Quartal des Jahres als Hauptmotor der Wirtschaft abgelöst, in dem Spanien um 3,1 Prozent wuchs. Wenn man die Zahlen des Halbjahres analysiert, liegt das Wachstum sogar bei 3,5 Prozent. Als Reaktion auf die am 24.08.2017 veröffentlichten Zahlen öffnete die Regierung die Tore für eine Korrektur der erwarteten Werte nach oben, da die Wachstumsvorhersage von drei Prozent für das aktuelle Geschäftsjahr „sehr vorsichtig“ gestaltet sei, so beispielsweise die Banco de España.

Der Beitrag der nationalen Nachfrage zur Wirtschaft erhöhte sich auf 2,4 Punkte des BIP, was einem Zehntel mehr entspricht als im ersten Quartal. Nach der Krise erlebte Spanien einen Anstieg an latenter Nachfrage in Zeiten der Rezession, befindet sich nun aber wohl in einer zweiten Phase, in der der Konsum von zunehmender Arbeit und erhöhter Kaufkraft – bedingt durch die niedrigen Energiepreise - profitiert. Während der Konsum öffentlicher Dienste aufgrund der Steuerreform um sechs Zehntel auf 0,2 Prozent fiel, erhöhten die Haushalte den Wachstumsrhythmus von 0,4 auf 0,7 Prozent im Laufe eines Quartals. Besonders hervorsticht innerhalb der Haushaltsnachfrage die Investition in Bauprojekte und Anlagegüter, trotz einer Verlangsamung, bedingt durch die Unstetigkeit.

Die externe Nachfrage behält trotz einer eher moderaten Zunahme von 0,7 Punkten ihr Gewicht am BIP. Der Außenhandel konnte ohnehin durch Rekordzahlen bei Exporten und Importen und den Überschuss in der Zahlungsbilanz fünf positive Quartale in Folge verzeichnen.

Zusätzlich zur Wettbewerbsfähigkeit, welche die Wirtschaft wiederspiegelt, entwickelte sich auch eine günstige makroökonomische Situation, dank einer expansiven Politik mit gemäßigter Inflation und geringeren Finanzierungskosten. Wie dem auch sei, das Gefälle zwischen dem Wachstum der Eurozone (zwei Prozent) und dem Spaniens seit fast drei Jahren (drei Prozent) legt eine bessere strukturelle Wirtschaftslage nahe. Die große Herausforderung, um die Wettbewerbsfähigkeit aufrechterhalten und der Krise ein Ende setzen zu können, liegt im Arbeitshorizont. „Wir werden der Krise nicht entkommen, solange wir nicht 1,5 Millionen Arbeitsplätze mehr haben“, so der Wirtschaftsminister Luis de Guindos.


Quelle: Expansión, 25.08.2017

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