„Unser Werk in La Felguera – gerade 75 Jahre alt geworden - zeigt sehr gut, was Spanien für Bayer bedeutet“

06.08.18 Noticias 2018, News 2018, Noticias de nuestros socios 2018

Der Ursprung von Bayer in Spanien lässt sich in das Jahr 1899 zurückverfolgen, als die Gesellschaft Bayer y Cía. zum Zweck der Vermarktung von Färbemitteln gegründet wurde. In diesen über 100 Jahren hat Bayer sein Industrienetz in Spanien durch den Bau wichtiger Fabriken, die über das ganze Land verteilt sind, gefestigt. In den letzten Jahren hat Bayer jährlich einen Durchschnitt von 30 Millionen Euro in Anlagevermögen und F&E in Spanien investiert.

Momentan beschäftigt die Firma in Spanien mehr als 2.000 Angestellte direkt; unter den acht Standorten sticht besonders das Werk in La Felguera in Asturien hervor, das 2017 ebenfalls ein Jubiläum (75 Jahre) feiern konnte und von dem aus Bayer zu 100% seine Produktion an Acetylsalicylsäure vertreibt. Seit März wird Bayer in der Region Iberia von Bernardo Kanahuati geleitet. Er ist der Nachfolger von Rainer Krause, der bis dato Geschäftsführer für Spanien und Portugal war.

Herr Kanahuati, jede der 200 Millionen Aspirintabletten, die täglich auf der ganzen Welt eingenommen werden, trägt einen Teil von Spanien in sich. Ihr Wirkstoff, die Acetylsalicylsäure, wird ausschließlich in La Felguera in Langreo hergestellt, dem Bayer-Werk in Asturien. Darüber hinaus haben Sie in Alcalá de Henares ein Werk, das als einziges der Bayer-Gruppe Medikamente in weichen Gelatinekapseln produziert. Welche Rolle spielt Spanien traditionell als Standort im globalen Netz von Bayer? Welche Tätigkeiten von Bayer in diesem Land würden Sie hervorheben?

Unsere Firma gibt es seit nunmehr über 150 Jahren, und seit fast 120 sind wir auch in Spanien vertreten. Innovation sowie unser Engagement für die Gesellschaft und für diejenigen Regionen, in denen wir präsent sind, sind ein integraler Bestandteil unseres Unternehmens und haben uns bei unserer aktuellen Entwicklung als Firma der Lebenswissenschaften den Weg gewiesen. In diesem ganzen Prozess hat unsere Präsenz in Spanien eine fundamentale Rolle gespielt und spielt sie auch heute noch. Mit annähernd 2.000 Angestellten und Standorten im ganzen Land sind unsere Produktionsstätten ein gutes Beispiel dafür, wie die Arbeit, die wir hier leisten, der Organisation von Bayer auf der ganzen Welt zugutekommt.

Aspirin® ist zweifellos ein gutes Beispiel, weil es eines unserer bekanntesten Produkte und wahrscheinlich das Vorzeigestück unserer Firma ist. Unser Werk in La Felguera in Asturien ist auf die Produktion von Acetylsalicylsäure spezialisiert, den Wirkstoff von Aspirin®, der auf der ganzen Welt konsumiert wird. Darauf sind wir sehr stolz, aber wir empfinden auch eine große Verantwortung, die uns dazu verpflichtet, täglich aufs Neue die höchsten Standards im Bereich der Produktivität, Effizienz, Qualität und vor allem Nachhaltigkeit und Innovation einzuhalten. Dieses Werk, das gerade sein 75. Jubiläum gefeiert hat, zeigt sehr gut, was Spanien für Bayer bedeutet und welche Beziehungen wir über die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Unternehmenstätigkeit hinaus mit unserer Umgebung eingehen.

In diesem Sinne hat das Jubiläum von La Felguera dazu gedient, unser Engagement zugunsten der Gesellschaft, der Wissenschaft und der asturischen Kultur zu verstärken, und wir haben eine Reihe von Initiativen zum Laufen gebracht, darunter die Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit dem Museum für Bergbau und Industrie (MUMI) oder der Tag der Offenen Tür für Schulen der Umgebung, um schon den Kleinsten die Wissenschaft näher zu bringen.

Im Kontext der Einbettung unserer Tätigkeit in die Region und unserer Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Umfeld zeichnet sich auch das Berlimed-Werk in Alcalá de Henares aus. Das Werk, das seit 1998 operativ ist und aktuell in mehr als 80 Länder exportiert, zählt zu den modernsten auf Pharmaprodukte spezialisierten Zentren Europas und ist das einzige der Bayer-Gruppe, das – neben Kontrastmitteln – weiche Gelatinekapseln herstellt. Der Standort beinhaltet auch ein wichtiges F&E-Labor, wo sich das Talent unserer Wissenschaftler mit dem der externen Forscher in diversen Projekten verbindet, so zum Beispiel bei der Entwicklung einer neuen Verkapselungstechnologie, für die 2017 ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Obersten Rat für Wissenschaftliche Forschung (CSIC) geschaffen wurde.

Im vergangenen April haben Sie die Leitung von Bayer in Spanien übernommen und sind damit Nachfolger von Rainer Krause, der nach 37 Jahren im Dienst des Unternehmens in Rente gegangen ist. Mit einem Umsatzwachstum von 2,3% war 2017 ein sehr gutes Jahr für Bayer in der Region Iberia (Spanien und Portugal). Laut der letzten Umfrage der AHK Spanien im Januar bewerten die deutschen Firmen in Spanien die wirtschaftliche Situation insgesamt positiv – teilen Sie dieses Urteil? Was hat das Unternehmen aus der letzten Krise, die wir hier in Spanien erlebt haben, gelernt?

Ich persönlich muss sagen, dass ich mich mit großer Begeisterung und Respekt der Herausforderung, gerade in diesem Moment die Region zu übernehmen, stelle. Nicht nur das politische und administrative Umfeld sind neu aufgestellt worden, sondern wir stehen auch bei Bayer am Anfang einer neuen Etappe, in der wir uns als Firma der Lebenswissenschaften positionieren.

In den letzten Jahren mussten sich der Industriesektor im Allgemeinen und insbesondere der Pharmasektor großen Herausforderungen stellen, aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben wir eine starke Basis und auf der Grundlage unserer Ergebnisse können wir bei Bayer über die sichtbare Erholung der Wirtschaft hinaus bereits von einer Konsolidierung des Wachstums sprechen. Trotzdem haben wir immer noch einen weiten Weg vor uns, damit sich diese Tendenzen in konkreten Verbesserungen für die Bevölkerung niederschlagen, was Gesundheit, Ernährung, Zugang zu Innovation und – warum auch nicht – eine Zunahme des Wissens und der öffentlichen Sensibilisierung für den Wert der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Fortschritts angeht.

Deshalb setzen wir bei Bayer weiterhin klar auf Investitionen, die notwendig sind, damit der Sektor weiter wachsen kann und damit wir weiterhin mit innovativen Lösungen aufwarten können, die die Bedürfnisse der Gesellschaft in den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft, wo wir vertreten sind, befriedigen.

Seit Bayer Monsanto erworben hat, hat sich die Tätigkeit der Firma im landwirtschaftlichen Sektor stark ausgeweitet. Worin sehen Sie die Herausforderungen und Chancen dieses Zusammenschlusses auf nationaler Ebene? 

Am 7. Juni hat Bayer den Prozess der Übernahme von Monsanto erfolgreich abgeschlossen und damit eine neue Etappe für die Organisation eingeläutet. Wir machen damit einen großen Schritt vorwärts, was unsere Beteiligung am Agrarsektor angeht, so dass unsere Führungsposition als innovationsgetriebene Firma der Lebenswissenschaften gestärkt wird. Wir hoffen, dadurch weiterhin einen wichtigen Mehrwert für unsere Kunden, unsere Angestellten und die Gesellschaft allgemein zu schaffen.

Von jetzt an bereiten wir die effektive Integration der beiden Organisationen nach dem Zusammenschluss vor. Uns ist vollkommen bewusst, welche Verantwortung durch diese Übernahme auf uns lastet, und wir werden mit voller Kraft daran arbeiten, die Nachhaltigkeit zu verbessern, die höchsten ethischen und Leistungsstandards zu erhalten, den Zugang zu Gesundheit und Ernährung zu erweitern und unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

Die Menschheit steht heutzutage großen Herausforderungen gegenüber und Bayer will sie durch Innovationen dabei unter-stützen, diese zu bewältigen. Dazu bieten wir Lösungen an, die auf die Bedürfnisse im Bereich der Gesundheit und des Wohlbefindens eingehen, einen Beitrag zum nachhaltigen landwirtschaftlichen Betrieb leisten und auf die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Lebensmitteln reagieren. 

Teilt Bayer als Firma der Lebenswissenschaften, die mit Gesundheit und Landwirtschaft zu tun hat, die Sorge um die Einheit des Marktes in der Pharmaindustrie in Spanien? Gibt es Klagen darüber, dass jede Autonome Region andere Vorschriften und Bedingungen hat? Welche sind die dringendsten Forderungen, die der Sektor an die öffentliche Verwaltung stellt? 

Obwohl die Wirtschaft zur Zeit stark wächst, nehmen die wissenschaftlichen Investitionen ganz allgemein weiterhin ab; zugleich führt die Pharmaindustrie die industrielle Forschung und Entwicklung mit 20% an. Anhand dieser Daten können wir uns gut vorstellen, wie sich unser Sektor seine Führungsrolle in der F&E des Landes erarbeitet hat.

Man muss dabei hervorheben, dass diese Zunahme an Investitionen im Rahmen einer Eindämmung der öffentlichen Ausgaben für Medikamente stattgefunden hat und dass es die verschiedenen Regelungen und Handlungsweisen der Autonomen Regionen nicht immer leicht gemacht haben, Wissenschaft und Innovation gleichermaßen einzubeziehen.

Im Allgemeinen hat der Sektor der innovativen Pharmaindustrie seine Verpflichtung gegenüber der Forschung und Entwicklung mehr als deutlich gemacht, sowohl auf individueller Ebene als auch in Zusammenarbeit mit wichtigen öffentlichen und privaten Institutionen, die sich der Forschung verschrieben haben und die für die Entwicklung dieses für unser Land so wichtigen Bereiches unerlässlich sind. Der hohe Stellenwert der Innovation erhöht die Wettbewerbsposition unseres Sektors und kann nur verstanden werden, wenn wir F&E unterstützen und mit den notwendigen Mitteln ausstatten, um auf langfristige Sicht das ganze Potenzial Spaniens ausschöpfen zu können.

Die vielen hervorragenden Forscher dieses Landes und das Vorhandensein von sanitären Infrastrukturen auf höchstem Niveau positionieren uns entsprechend, und es überrascht daher nicht, dass Spanien ein Drittel aller klinischen Studien in Europa übernimmt – dadurch sind wir eins der europäischen Länder mit den besten Bedingungen für die Erforschung und Entwicklung von neuen Medikamenten.

Mit etwa 2.000 Angestellten in Spanien ist Bayer einer der größten Arbeitgeber im Sektor. 2017 hat das Unternehmen an mehreren Initiativen teilgenommen, um schon den Jüngsten die Wissenschaft näherzubringen und bei Studenten in MINT-Studiengängen eine wissenschaftliche Berufung zu wecken. Wie beurteilen Sie die Lage der allgemeinen und akademischen Bildung in Spanien?

Wir bei Bayer arbeiten in Spanien schon seit einigen Jahren daran, junge Leute und die Arbeitswelt einander anzunähern, indem wir helfen, wissenschaftliche und technologische Studiengänge unter denjenigen bekannt zu machen, die die Fachkräfte der Zukunft sind.

Aufgrund unserer Verpflichtung gegenüber der Wissenschaft und dem lokalen Umfeld, in dem wir uns bewegen, haben wir bei diversen Initiativen mitgearbeitet, allen voran beim Orientierungsforum ‘El País con tu Futuro’ („Das Land mit deiner Zukunft“), das sich an vor dem Studienbeginn stehende Schüler richtet. Eine weitere Initiative der jüngeren Zeit ist das Youth Mobile Festival (YOMO), das im Zusammenhang mit dem bekannten Mobile World Congress (MWC) gefeiert wird.

In unserer digitalisierten und immer technologischer werdenden Gesellschaft werden die MINT-Studiengänge (Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Technologie) als einer der wichtigsten Berufsbereiche betrachtet, die entwickelt werden müssen, um den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft die Stirn zu bieten. Junge Leute zu inspirieren und ihnen zu zeigen, wie sich diese Disziplinen in Innovation niederschlagen, ist etwas, worauf wir uns ganz besonders konzentrieren wollten, da die jungen Leute von heute die Führungskräfte von morgen sind.

Ohne auf konkrete Aspekte der Bildung und Ausbildung einzugehen, denke ich doch, dass nicht nur die akademische Bildung wichtig ist, sondern in gleichem Maße auch die Entwicklung von Fähigkeiten und Einstellungen, die es uns erlauben, angemessen mit einer sich immer schneller wandelnden und offenen Umgebung umzugehen. Wir leben in einer Gesellschaft, die sich permanent weiterentwickelt, so dass Anpassungsfähigkeit, Mut und Führungsqualitäten notwendige Charakteristiken sein werden, mit denen sich Fachkräfte in der Arbeitswelt hervortun können.

Eine weitere Umfrage der AHK Spanien unter den deutschen Firmen in Spanien hat ergeben, dass fast 40% der deutschen Tochterunternehmen hierzulande im Bereich der F&E&I tätig sind. Welche F&E&I-Strategie verfolgt Bayer jeweils in den verschiedenen Ländern? Welche Bedeutung hat die Firma konkret in der spanischen Forschung? 

Der Erfolg von Bayer hat sich immer auf unsere herausragende Leistung in der Forschung und Entwicklung gestützt. Unsere Forscher haben intensiv daran gearbeitet, der Gesellschaft neue Moleküle und Technologien zur Verfügung stellen zu können, die wesentlich zur Verbesserung der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen beigetragen haben.

In diesem Zusammenhang war Spanien schon immer eines der wichtigsten Länder für Bayer und hat an allen Schlüsselprojekten für unsere weltweite Palette an in der Entwicklung befindlichen Produkten mitgewirkt. Allein im Pharmabereich haben wir gesehen, wie unsere Beteiligung an klinischen Studien der Phase I bis III deutlich zugenommen hat, so dass wir 2017 weltweit bereits unter den fünf Ländern mit der höchsten Beteiligung an von Bayer durchgeführten klinischen Studien waren. Dieser Anstieg, der besonders in den Bereichen Onkologie (45% der aktiven Studien 2017) und Herz-Kreislauf (31%) zu verzeichnen ist, lässt sich auf den wichtigen Beitrag Spaniens bezüglich der Anzahl der teilnehmenden Patienten sowie der Qualität der im Verlauf der Studie gewonnenen Daten zurückführen.

Sind Sie der Ansicht, dass die Gesundheitswirtschaft das Wachstum beschleunigt? Wie sehen Sie bei Bayer die Zukunft dieses Sektors? Welche Meilensteine sagen Sie für die nächsten 5 bis 10 Jahre voraus?

Zweifellos. Ich sehe die Gesundheitswirtschaft als Impuls-geber für das Wachstum im Land, weil sie sich so stark auf die Gesellschaft auswirkt. Eine gesunde Gesellschaft ist produktiver und hat deshalb positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. In diesem Sinne dürfen wir Innovation nicht nur als Ausgabe betrachten, sondern müssen sie als Investition in die Zukunft sehen. Je einfacher es für die Patienten wird, innovative Medikamente zu bekommen, desto gesünder wird die Gesellschaft und desto besser wird ihre Lebensqualität, was sich positiv auf das Wirtschaftswachstum in unserem Land niederschlägt.

In den nächsten Jahren müssen wir innovative Formeln fin-den, die es uns ermöglichen, auch weiterhin auf F&E zu setzen. Die Einbindung neuer Technologien im Bereich der Prävention und Behandlung von Krankheiten wird von fun-damentaler Bedeutung sein, daher müssen wir weiter daran arbeiten, so dass wir auch in Zukunft dazu beitragen können, die Gesundheit und das Wohlbefinden einer möglichst großen Anzahl von Menschen zu steigern.

Ansprechpartner

Martin Schneider

Leiter Kommunikation

+34 91 353 09 24
E-Mail schreiben