Branche kompakt: Nachfrage nach Arzneimitteln in Spanien nimmt weiter zu

Generika profitieren vom Kostendruck im staatlichen Gesundheitssystem / Von Oliver Idem (August 2019)

Madrid (GTAI) - Der Arzneimittelmarkt in Spanien wuchs 2018 um 10 Prozent auf rund 12,7 Milliarden Euro. Dabei verzeichneten die Segmente OTC und Consumer Healthcare die höchsten Umsatzzuwächse.

Moderates Wachstum des spanischen Arzneimittelmarktes zu erwarten

Angetrieben von einer Zunahme der Importe um 7,8 Prozent konnte der spanische Pharmamarkt 2018 auf 12,7 Milliarden Euro zulegen. Mittelfristig ist weiterhin mit einer positiven Entwicklung zu rechnen, doch existieren auch einige relevante Risiken. Indikatoren wie die Industrieproduktion, die Entwicklung der Exporte und der verlangsamte Abbau der Arbeitslosigkeit deuten auf eine Abschwächung des spanischen Wirtschaftswachstums hin. Relevant für die Pharmabranche sind auch die Risiken eines möglichen ungeregelten Brexits und der Kostendruck im staatlichen Gesundheitswesen. Auf Medikamente entfallen in Spanien laut der OECD 18 Prozent der Gesundheitsausgaben, was einem Anteil von 1,6 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entspricht.

Die Arzneimittelhersteller in Spanien positionieren sich mit starken Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die Zukunft und liefern dadurch Wachstumsimpulse. Laut dem Branchenverband Farmaindustria nahmen diese Ausgaben 2017 um 5,7 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu. Die Hälfte davon entfällt auf vertragliche Kooperationen mit Krankenhäusern und Forschungszentren. Spanien profitiert davon, frühzeitig die EU-Verordnung für klinische Versuche in nationales Recht umgesetzt zu haben und verfügt über eine lebendige Forschungs- und Gründungslandschaft. Niedrige inländische Medikamentenpreise und der Trend zu Generika fordern die Hersteller innovativer Arzneien allerdings heraus.


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