Standort Spanien zieht weiter Arbeitskräfte an

Wirtschaft | Der Chemiekonzern BASF geht im Rahmen einer Umstrukturierung in die Personaloffensive und möchte im Rahmen dessen mehrere hundert neue Arbeitsplätze in der spanischen Hauptstadt Madrid schaffen. Dabei ist der allgemeine Trend erkennbar, bei dem immer mehr Unternehmen mit deutschem Firmensitz gerade Spanien als Standort für ihr Auslandsgeschäft wählen. Grund hierfür ist die hohe Dichte an qualifiziertem Personal, eine gute Infrastruktur sowie die notwendige unternehmerische Planungssicherheit, welche vor allem in der wirtschaftlich starken Region Madrid vorherrscht.

Im Rahmen des Neuaufbaus der Digitalsparte von BASF plant das Unternehmen die Einstellung von 300 neuen Ingenieuren und gründet dafür eigens die BASF Digital Solutions S.L. mit Sitz in Madrid. Der Konzernhauptsitz sowie Produktion verbleiben nach wie vor in Barcelona. Der Generaldirektor des Unternehmens, Carles Navarro, setzte dabei durch, dass das ehrgeizige Projekt in Spanien realisiert wird.  Auch Portugal sowie Katalonien befanden sich in der engeren Auswahl, schieden jedoch aufgrund der geringeren Dichte an qualifiziertem Personal aus. Zudem führte das illegal abgehaltene Referendum in Katalonien zu einer allgemein verstärkten Unsicherheit und bewog vor allem Banken dazu, ihren Unternehmenssitz aus Katalonien abzuziehen.

Auch Unternehmen aus dem Fintech-Sektor eröffnen verstärkt Auslandspräsenzen in Spanien. Die Online-Bank N26 mit Firmensitz in Berlin, bietet hierbei exklusiv via Mobiltelefon Bankdienstleistungen für Privatpersonen an und möchte bis Ende 2019 mehr als 200 Software-Ingenieure und Produktentwickler einstellen. Dabei sei Spanien aufgrund des hohen Digitalisierungsgrades und der individuell anpassbaren Produkte ein besonders interessanter Markt, erklärt Francisco Sierra, der N26 Spanien seit Januar 2018 führt. „Spanien ist einer unserer Hauptmärkte, in dem wir weiter wachsen wollen und in dem wir viel Potenzial sehen. Wir befinden uns im Moment der Perfektionierung und Verfeinerung unseres Angebots, um es an das spanische Publikum anzupassen“, betont der Manager.

Quelle: El Mundo, 11.04.2019 und Economía Hispano-Alemana Nr. 5/2018-1/2019

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