Die Deutsche Handelskammer für Spanien hat heute in Madrid im Rahmen einer feierlichen Zeremonie ihren VIII. Journalistenpreis verliehen. Mit dieser Auszeichnung würdigt sie die Rolle der Medien bei der Vermittlung der wirtschaftlichen und geschäftlichen Beziehungen zwischen Spanien und Deutschland. Elena G. Sevillano von der Tageszeitung El País sowie Galo Martín und Cristina Candel von Traveler wurden in der allgemeinen Kategorie des Preises bzw. in der Kategorie Tourismus und Nachhaltigkeit geehrt.
„In einer Welt, die von Polarisierung und Schnelllebigkeit geprägt ist, ist guter Journalismus heute wichtiger denn je. Er hilft uns, geopolitische Zusammenhänge zu verstehen, Trends zu erkennen und vor allem dort Licht ins Dunkel zu bringen, wo oft nur Lärm herrscht. Diese Arbeit ist essenziell – für Unternehmen, die Entscheidungen treffen müssen, für Arbeitnehmer, die Orientierung suchen, und für Institutionen, die eine verlässliche Diagnose der Realität benötigen. Genau das ist der Geist dieses Preises: die Rolle des Wirtschaftsjournalismus als Brücke zwischen Unternehmen, Institutionen und Gesellschaft anzuerkennen“, betonte Mischa Groh, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer für Spanien und Vorsitzender der Jury, in seiner Begrüßungsrede.
Anschließend überreichte Mischa Groh gemeinsam mit Ulrike Bohnet, Geschäftsführerin der Deutschen Zentrale für Tourismus, die Auszeichnungen. Der Preis in der allgemeinen Kategorie des Preises ging an Elena G. Sevillano für ihren Bericht El gran dilema energético alemán („Das Energie-Dilemma Deutschlands“), veröffentlicht in der Tageszeitung El País. Wie Mischa Groh bei der Bekanntgabe der Entscheidung betonte, wolle die Jury damit „eine präzise Analyse auszeichnen, die mit bemerkenswerter Klarheit das Dilemma rund um den Ausstieg aus der Kernenergie, den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Spannungen infolge des Wegfalls russischen Gases erklärt – und diese Faktoren mit der politischen Lage vor den Wahlen 2025 verknüpft.“ Ebenso hob die Jury in ihrer Begründung „den hervorragenden narrativen Kontrast hervor, der anhand zweier deutscher Gemeinden mit gegensätzlichem Umgang mit ihrer Energieversorgung dargestellt wird: dem letzten Ort mit Atomenergie und dem ersten, der sich ausschließlich mit erneuerbaren Energien selbst versorgt.“
Elena G. Sevillano dankte für die Würdigung dieses Berichts, „der aus dem Wunsch heraus entstanden ist, eine Debatte mit journalistischer Sorgfalt zu erklären, die nicht nur Deutschland betrifft, sondern ganz Europa – und die unsere Art zu leben und zu produzieren in den kommenden Jahrzehnten prägen wird.“ Zudem hob die Journalistin die Anerkennung des „Engagements von El País für internationale Berichterstattung hervor. Die Entscheidung, über die deutschen Wahlen und deren energiepolitischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergründe zu berichten, zeigt das wachsende Interesse in Spanien, die deutsche Gegenwart besser zu verstehen.“ Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und umfasst zudem eine von der Deutschen Zentrale für Tourismus gesponserte Reise für zwei Personen nach Deutschland.
Anschließend übergab Mischa Groh das Wort an Ulrike Bohnet, Geschäftsführerin der Deutschen Zentrale für Tourismus, die den Preis in der Kategorie Tourismus und Nachhaltigkeit überreichte. Dieser ging an Galo Martín und Cristina Candel für ihren Bericht Báltico: el paisaje que no cuadra („Die Ostsee: Die Landschaft und ihre Bilder“), veröffentlicht in der Zeitschrift Traveler. Laut Bohnet zeichnete die Jury damit „eine sehr schöne und poetische Beschreibung sowie einen faszinierenden Überblick über Norddeutschland aus, der durch eine Reise in das Leben und Werk des romantischen Malers Caspar David Friedrich führt.“ Der Text „lädt die Leserinnen und Leser zum Slow Travel ein und fördert damit den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen für die lokale Bevölkerung in Regionen Ostdeutschlands.“
Bei der Entgegennahme der Auszeichnung betonte Galo Martín: „Einen Preis wie diesen zu gewinnen, ist ein doppelter Gewinn. Zum einen war es eine großartige Gelegenheit, einige der Orte kennenzulernen, die Caspar David Friedrich zu seinen Gemälden inspirierten – Greifswald, die Klosterruine Eldena und die Insel Rügen, das baltische Deutschland –, und zum anderen ist diese Auszeichnung ein Impuls, der Kraft gibt, um weiterhin als Journalist tätig zu sein.“ Wie in der allgemeinen Kategorie ist auch dieser Preis mit 1.000 Euro dotiert und beinhaltet eine Reise für zwei Personen nach Deutschland.