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ICEX-Geschäftsklimabarometer Spanien: Spanien stärkt seine Position als attraktiver Investitionsstandort für ausländische Unternehmen

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04.02.2026 | Das 18. Geschäftsklimabarometer für Spanien zeigt, dass das Land seine Attraktivität als Standort für ausländische Investitionen weiter stärkt. Die Studie wurde von ICEX – des staatlichen spanischen Instituts für Außenhandel und Investitionsförderung –, Multinacionales con España und der IESE Business School erstellt.

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ICEX

Die in Spanien ansässigen Unternehmen mit ausländischem Kapital zeigen ein hohes Vertrauen in die spanische Wirtschaft und erwarten für das Jahr 2026 eine positive Geschäftsentwicklung. Dies geht aus der 18. Ausgabe des Geschäftsklimabarometers für Spanien aus der Perspektive ausländischer Investoren hervor, das gemeinsam von ICEX-Invest in Spain, Multinacionales con España und dem International Center for Competitiveness (ICC) der IESE Business School erstellt wurde.

Der Bericht, der die Einschätzungen von mehr als 750 in Spanien ansässigen ausländischen Unternehmen zusammenfasst, bewertet das Geschäftsklima mit durchschnittlich 2,85 von 5 Punkten und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Dies unterstreicht die Stabilität sowie das anhaltende Vertrauen internationaler Investoren. Darüber hinaus analysiert die Studie die Erwartungen dieser Unternehmen für das Jahr 2026 und bietet einen umfassenden Überblick über die Stärken Spaniens sowie über jene Bereiche, in denen mittelfristig weiterer Verbesserungsbedarf besteht.

Die geografische Lage, die Größe des Marktes sowie der strategische Zugang zu internationalen Märkten festigen sich als wichtigste Stärken und zentrale Gründe für ausländische Unternehmen, in Spanien zu investieren und sich dort anzusiedeln. Zudem heben die Investoren die hohe Qualität der Infrastruktur – insbesondere Flughäfen, Straßen, Telekommunikation und Häfen – sowie die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte hervor. Diese Faktoren positionieren Spanien weiterhin als wettbewerbsfähigen Standort mit ausgezeichneten Rahmenbedingungen für die Entwicklung internationaler Geschäftsaktivitäten und Projekte.

Demgegenüber nennen die Befragten als wichtigste Hindernisse für das Geschäftsklima in Spanien die hohe bürokratische Belastung, gefolgt von den hohen Sozialversicherungsbeiträgen sowie der mangelnden Schnelligkeit und Effizienz der Handelsgerichte. Diese Faktoren werden von den Unternehmen jedoch zugleich als zentrale Ansatzpunkte gesehen, auf die sich Reformanstrengungen konzentrieren sollten, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken.

Dieses Klima des Vertrauens spiegelt sich in optimistischen Unternehmensprognosen für das kommende Jahr wider. Den Daten des Barometers zufolge ist die Investitionsstärke bereits Realität: Während 86% der Unternehmen ihr investiertes Kapital im Jahr 2025 erhöht oder beibehalten haben, dürfte sich dieser Trend 2026 fortsetzen. Für dieses Jahr planen 85% der Investoren, ihre Projekte in Spanien weiter auszubauen oder auf stabilem Niveau zu halten.

Dieses finanzielle Engagement wirkt sich direkt und positiv auf den Arbeitsmarkt sowie auf das produktive Gefüge aus. Konkret rechnen 90% der multinationalen Unternehmen damit, ihre Belegschaften im kommenden Jahr zu erhöhen oder zumindest stabil zu halten. Diese Entwicklung steht im Einklang mit den Geschäftserwartungen, da 89% der Befragten von einem Anstieg ihres Umsatzes ausgehen.

Zudem bestätigt Spanien seine Rolle als Basis für global ausgerichtete Geschäftsaktivitäten, da 74% der Unternehmen von Spanien aus exportieren. Mit Blick auf das kommende Geschäftsjahr bleiben die Erwartungen solide, aber realistisch: Lediglich 6% der Unternehmen rechnen mit einem möglichen Rückgang ihrer Auslandsumsätze.

Diese Daten bestätigen, dass Spanien seine führende Position als Empfänger internationaler Investitionen auch in einem global von wirtschaftlicher Unsicherheit geprägten Umfeld behauptet. Der Bericht hebt zudem die sehr positive Entwicklung ausländischer Investitionen in Greenfield-Projekte in Spanien hervor, die aus wirtschaftlicher Sicht besonders relevant sind, da sie den Bau neuer Anlagen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen beinhalten.

So war Spanien in den ersten elf Monaten des Jahres 2024 weltweit der fünftgrößte Empfänger von Greenfield-Projekten. Insgesamt wurden 628 Greenfield-Projekte verzeichnet, mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Milliarden Euro und der Schaffung von mehr als 50.000 Arbeitsplätzen, wie aus den Daten von FDI Markets, der Projektdatenbank der Financial Times Group, hervorgeht.

Das Barometer hebt zudem hervor, dass bereits 42% der ausländischen Unternehmen über konkrete Nachhaltigkeitspläne verfügen, die an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Agenda 2030 ausgerichtet sind. Darüber hinaus bewerten die Investoren das spanische Umfeld positiv, um diese Ziele zu erreichen, und sind der Ansicht, dass die Rahmenbedingungen des Landes – etwa das Bewusstsein der Beschäftigten, der Verbraucher und der Gesellschaft insgesamt – deren Umsetzung in erheblichem Maße begünstigen.

Darüber hinaus enthält diese Ausgabe des Barometers erstmals eine spezifische Analyse zu den Auswirkungen der US-amerikanischen Zollpolitik. Dem Bericht zufolge stuft die Mehrheit der Investoren (54 %) die Auswirkungen als „gering oder sehr gering“ ein, was eine ausgeprägte Widerstandsfähigkeit gegenüber steigenden Handelszöllen auf dem US-Markt belegt. Vor diesem Hintergrund hat zwar mehr als die Hälfte der Unternehmen keine Gegenmaßnahmen ergriffen, doch diejenigen, die reagiert haben, setzen strategisch auf eine Diversifizierung in neue Märkte, Preisanpassungen sowie auf die Suche nach zusätzlichen Lieferanten außerhalb der Vereinigten Staaten, um die Risiken in ihren Lieferketten zu minimieren.

Mit dem Ziel, die Ergebnisse des Barometers zu analysieren, nahm die Staatssekretärin für Handel, Amparo López Senovilla, an einer Arbeitssitzung mit Vertretern ausländischer Unternehmen teil, die in Spanien tätig sind. Dabei betonte sie, dass die Anziehung ausländischer Investitionen eine Priorität sowohl für das Staatssekretariat für Handel als auch für ICEX–Invest in Spain darstellt. „Wir arbeiten daran, uns als einen der besten Standorte weltweit für Investitionen und Wachstum zu etablieren“, unterstrich sie.

In ihrem Beitrag hob sie zudem hervor, dass „Spanien den multinationalen Unternehmen in einer Phase globaler Unsicherheit Resilienz, Stabilität, ein starkes und ausgewogenes Wachstum, einen privilegierten Marktzugang, Expansionsmöglichkeiten, erstklassige Infrastrukturen sowie qualifizierte Fachkräfte bietet“.

Im Anschluss an die Eröffnung stellten die Präsidentin von Multinacionales con España, Paloma Cabrera López, sowie die stellvertretende Direktorin des IESE-Business-School-Campus in Madrid, María Coello de Portugal, offiziell die 18. Ausgabe des Barometers vor. Die wichtigsten Schlussfolgerungen wurden von María Luisa Blázquez, Forscherin am International Center for Competitiveness der IESE Business School, erläutert.

Die Analyse der Ergebnisse wurde durch eine Podiumsdiskussion ergänzt, die von der geschäftsführenden Präsidentin von ICEX, Elisa Carbonell, moderiert wurde. Führungskräfte führender Unternehmen brachten dabei ihre praktischen Einschätzungen zum Geschäftsklima ein. An der Diskussion beteiligten sich Antonio Rodríguez von Kyndryl Spanien, Paulina Sánchez Del Río von HSBC sowie José Saura Vinssac von Michelin Spanien und Portugal.

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