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Christian Pfeiffer, Bereichsleiter der HANNOVER MESSE: „Spanien wird auf der HANNOVER MESSE 2027 maximale internationale Sichtbarkeit erhalten“

Vom 05. bis zum 08. April 2027 richtet sich der Blick der internationalen Industrie auf Spanien. Als Partnerland der HANNOVER MESSE übernimmt das Land eine Rolle, die die weltweit bedeutendste Industriemesse jedes Jahr einer einzigen Volkswirtschaft vorbehält — zuletzt waren es Brasilien, Kanada und Portugal.

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Seit 1947 ist die HANNOVER MESSE der zentrale internationale Treffpunkt der Industrie. Jährlich präsentieren rund 3.000 ausstellende Unternehmen ihre Technologien, etwa 120.000 Fachbesucher aus 150 Ländern reisen an. Die Messe gliedert sich in sieben Ausstellungsbereiche: Automation & Smart Manufacturing, Compressed Air & Vacuum Technology, Digital Solutions, Industrial Energy, Industrial Engineering & Supply, Motion & Drives und Research & Innovation.

Vorbereitet wird der spanische Auftritt vom Ministerium für Industrie und Tourismus gemeinsam mit ICEX. Wie in jedem Partnerland-Jahr wird sich Spanien mit einem eigenen Länderauftritt und einem breiten Querschnitt seiner Industrie präsentieren — von Energie und Automatisierung über die Zulieferindustrie bis zu Forschung und Innovation.

Im Interview erläutert Christian Pfeiffer, seit März 2026 Bereichsleiter der HANNOVER MESSE, was die Weltleitmesse für die produzierende Industrie im Jahr 2027 ausmacht, was die Rolle des Partnerlandes bedeutet und welchen Nutzen spanische Unternehmen daraus ziehen können.

1.    Herr Pfeiffer, die HANNOVER MESSE gilt international als die bedeutendste Industriemesse der Welt. Worin liegt aus Ihrer Sicht der wesentliche Unterschied zu anderen großen Industrieveranstaltungen?

Die HANNOVER MESSE unterscheidet sich von anderen Industriemessen vor allem durch ihren technologischen Pioniergeist und ihre bereichsübergreifende Ausrichtung. Während sich klassische Fachmessen meist auf einzelne Branchen fokussieren, bildet die HANNOVER MESSE die gesamte industrielle Wertschöpfungskette ab. Sie vereint die Bereiche Maschinenbau, Elektrotechnik, Informationstechnik, Energiewirtschaft sowie Forschung und Entwicklung an einem Ort. Ihr wesentlicher Kern liegt in der nachhaltigen industriellen Transformation, indem sie die Modernisierung industrieller Systeme mit der Suche nach passenden Produktlösungen verbindet.

Einerseits zeigt sie, wie Automatisierung, digitale Architekturen, Energie, Komponenten und neue Technologien in zukunftsfähigen Produktionssystemen zusammenwirken, andererseits präsentiert sie die für spezifische Anwendungen und Produkte geeigneten Bauteile, Module und Materialien. In Hannover präsentieren Unternehmen jeder Größe – von globalen Marktführern über KMU bis hin zu Startups – Einzelprodukte sowie Gesamtlösungen. Dabei gilt Künstliche Intelligenz als Leitthema. Durch dieses Zusammenspiel entsteht ein einzigartiges Ökosystem für Innovationen. Zusätzlich besitzt die Messe eine herausragende politische und strategische Dimension: Als globaler Treffpunkt für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik setzt sie die entscheidenden Impulse für die Zukunft der Industrie.

2.    Spanien ist Partnerland der HANNOVER MESSE 2027. Welche Formate, welche Sichtbarkeit und welche institutionelle Einbindung sind mit dieser Rolle verbunden?

Als Partnerland wird Spanien mit gezielten Formaten, maximaler Sichtbarkeit und einer starken institutionellen Einbindung präsentiert. Im Rahmen unserer Kommunikationskampagne bieten wir Spanien im Vorfeld und vor Ort globale mediale Aufmerksamkeit. So organisieren wir beispielsweise Pressekonferenzen im Ausland und in Übersee. Bei unserer Preview-Veranstaltung stellen wir das Partnerland globalen Medienvertretern und Influencern vor. Während der Press Highlight Tour am Sonntag vor dem Messestart besuchen internationale Journalisten den Hauptstand des Partnerlands. 

Auf der Messe präsentiert sich das Partnerland mit einem zentralen Pavillon sowie mit themenspezifischen Gemeinschaftsständen. Gleichzeitig fördern ein bilaterales Wirtschaftsforum, Foren, Rundgänge und weitere Networking-Events die Vernetzung zwischen spanischen und internationalen Industrieakteuren. Der Auftritt ist auch von der Politik geprägt. Traditionell eröffnen die Regierungschefs Deutschlands und des Partnerlandes die Messe am Vorabend. Am Messemontag nehmen sie dann gemeinsam am Eröffnungsrundgang teil. Dies stärkt die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen beider Nationen nachhaltig.

3.    Bei der Bekanntgabe der Partnerschaft wurde Spanien als „das ideale Partnerland der HANNOVER MESSE 2027“ bezeichnet und dabei auf Elektromobilität und grünen Wasserstoff verwiesen. Welche weiteren Stärken der spanischen Industrie sind aus Sicht der deutschen und internationalen Nachfrage von besonderem Interesse?

Neben Elektromobilität und grünem Wasserstoff zeichnet sich Spanien vor allem durch seinen konsequenten Kurs hin zu einer digitalen und nachhaltigen Industrie aus. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der Transformation und Reindustrialisierung. Dazu gehören der Aufbau vernetzter Industriezentren, die Weiterentwicklung der Wertschöpfungskette für Elektrofahrzeuge sowie strategische Projekte zur Energiewende, Dekarbonisierung und zur effizienteren Nutzung erneuerbarer Energien.

Für internationale Partner sind zudem Spaniens starke Produktionskapazitäten, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau und Fahrzeugbau, von hoher Relevanz. Modernisierung und Nachhaltigkeit werden durch nationale Förderprogramme mit über 3,5 Milliarden Euro unterstützt, wovon vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren.   Ein verlässlicher regulatorischer Rahmen sowie das Gesetz über Industrie und strategische Autonomie schaffen hohe Rechtssicherheit. Dies sorgt für ein investitions- und innovationsfreundliches Umfeld, stärkt die industriellen Kapazitäten und treibt die Digitalisierung maßgeblich voran.

4.    Mehr als einhundert spanische Unternehmen haben sich über ICEX bereits für eine Beteiligung an der HANNOVER MESSE 2027 angemeldet, hinzu kommen die Fachbesucher aus der spanischen Industrie. Welche Wirkung kann eine Beteiligung für diese Unternehmen über die vier Messetage hinaus entfalten?

Eine Beteiligung an der HANNOVER MESSE 2027 entfaltet für spanische Unternehmen weit über die vier Messetage hinaus eine nachhaltige Wirkung. Als Partnerland sichern sich die Aussteller globale Aufmerksamkeit und positionieren sich medial auf der Weltkarte als erstklassige Hersteller innovativer Produkte. Das Hauptziel, profitable internationale Leads zu generieren, wirkt durch strukturierte Nachbereitung lange nach: Erstkontakte münden in Jahresgespräche, Roadshows und Kooperationsprojekte.

Zudem entstehen durch Maßnahmen wie Webinare, Matchmaking und Handelsdelegationen dauerhafte Partnerschaften. Skalierbare Exportpfade mit neuen Vertriebsnetzwerken und regionalen Repräsentanzen sichern ein kontinuierliches Wachstum. Über den Wissenstransfer in Fachforen werden F&E-Kooperationen angestoßen, die den Marktzugang nachhaltig erleichtern. Auf strategischer Ebene zieht der Auftritt internationale Investoren an, fördert Joint Ventures und stärkt das Image Spaniens als Investitionsstandort. Gleichzeitig unterstützt die Diversifikation der Exportbasis die Resilienz globaler Lieferketten und senkt Marktkonzentrationsrisiken. Nicht zuletzt setzt die aktive Teilnahme starke politische Signale, um bilaterale Wirtschaftsagenden voranzutreiben. So verwandelt sich die Messepräsenz in ein dauerhaftes Fundament für Markenpräsenz, Technologietransfer und nachhaltigen Exporterfolg.
 

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