Spanien bleibt die treibende Kraft Europas trotz des sich verlangsamenden Wirtschaftswachstums

Der Internationale Währungsfond (IWF) warnt vor dem weltweiten Konjunkturabschwung und senkt die Erwartungen für Lateinamerika aufgrund der Rezession in Argentinien und der Lage in Brasilien. Des Weiteren werden die Aussichten auf eine Steigerung des globalen Wohlstands aufgrund der Unsicherheit in den Schwellenländern auf 3,7% reduziert. Für die EU wird die Entwicklung auf 2% angepasst.

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Die Verschlechterung der Aussichten ist auf die Unsicherheit in den Schwellenländern zurückzuführen, die nach Schätzungen des IWF 2018 und 2019 um 4,7 % wachsen werden, und nicht mit 4,9 % bzw. 5,2 %, wie dies noch vor drei Monaten prognostiziert worden war.

Diese Gruppe von Märkten leidet besonders unter der Unsicherheit, die durch den vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, ausgelösten Handelskrieg und den Zinserhöhungen ausgelöst wurde.

Die Industrieländer ihrerseits leiden weniger unter der weit verbreiteten Unsicherheit. Der IWF hält an den Aussichten auf einen Vermögenszuwachs von 2,4 % im Jahr 2018 fest und kürzt dieses Wachstum nur um einen Zehntel Prozentpunkt auf 2,1 % im nächsten Jahr.

Eurozone unverändert

Für den Euroraum schätzt der IWF nun, dass er in diesem Jahr um 2% wachsen wird, verglichen mit 2,2% vor drei Monaten und um 1,9% im Jahr 2019. Die Kürzungen in den europäischen Ländern haben mit Spanien zu tun, für das der IWF nun mit einem BIP-Schub von 2,7% in diesem Jahr rechnet und damit leicht unter der Prognose von 2,8% im Juli liegt.

Prognose für Spanien

Der IWF hatte bereits in der vergangenen Woche Prognosen für Spanien vorgelegt, als er ankündigte, dass die wirtschaftliche Erholung des Landes "an Reife gewinnt", was eine Verlangsamung der Entwicklung für die kommenden Jahre voraussieht.

"Spanien hat sich mit dem Wirtschaftswachstum, das dank der vergangenen Reformen reichlich Arbeitsplätze geschaffen hat, weiter von der Krise erholt. Aber der Konjunkturzyklus reift heran, und mehrere Abwärtsrisiken überschatten den mittelfristigen Ausblick", betont der IWF. Die Spezialisten des Fonds, die Spanien im Rahmen ihrer jährlichen Überprüfung der Wirtschaft besuchten, halten an der Wachstumsschätzung für 2019 mit 2,2% fest.

Weitere Verlangsamung des Wachstums ab 2020

Ab 2020 prognostiziert das Institut, dass sich das Wachstum der spanischen Wirtschaft noch weiter verlangsamen wird, um sich der Wachstumsrate von schätzungsweise 1,75% pro Jahr anzunähern. Dieser Rückgang des Wachstums ist darauf zurückzuführen, dass die Wirtschaft durch "strukturelle" Herausforderungen wie der hohe Staatsverschuldung,  der hohen Arbeitslosigkeit und des langsame Produktivitätswachstums belastet wird.

Trotz allem behält Spanien seine Position als Motor in der EU. An zweiter Stelle folgt Deutschland, für das der IWF einen Anstieg von 1,9% rechnet, Frankreich (1,6%) und Italien (1,2%).

Spanien wird auch das Land sein, das 2018 unter den großen Industrieländern am stärksten wächst und nur von den Vereinigten Staaten übertroffen wird, für die der IWF in diesem Jahr eine Entwicklung von 2,9% erwartet.

Diese Wachstumsrate erklärt sich durch die vom Weißen Haus finanzierte Steuerreform, die mit massiven Steuersenkungen verbunden war. Andererseits ist die Staatsverschuldung sprunghaft angestiegen, und der Fonds hat die Wachstumsprognosen für 2019 auf 2,5% gesenkt, gegenüber den im Juli erwarteten 2,7%.

Quelle: Expansión

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